Die Nutzung von KI wächst schneller als das Vertrauen in sie. Die neuesten Daten aus dem Stanford AI Index 2026, von Ipsos, KPMG und der University of Melbourne, Pew und Eurostat zeigen dasselbe Bild: Die meisten Menschen nutzen KI bereits, eine Mehrheit sieht mehr Vor- als Nachteile, und gleichzeitig macht KI mehr als die Hälfte nervös. In Kroatien ist die Lücke noch größer: 54 % nutzen KI-Tools, aber nur 21 % vertrauen KI-Systemen. Für Unternehmen, die KI für Mitarbeitende und Kunden einführen, ist diese Lücke ein Projektrisiko und keine Randnotiz.
Optimismus und Sorge wachsen gleichzeitig
Ipsos führt den AI Monitor seit 2022 jährlich durch; die Welle 2025 umfasste 30 Länder und 23.216 Erwachsene. Der Stanford AI Index 2026 fasst den Trend zusammen: Der Anteil derer, die KI-Produkten und -Diensten mehr Vor- als Nachteile zuschreiben, stieg von 52 % (2022) auf 59 % (2025). Im selben Zeitraum stieg der Anteil derer, die diese Produkte nervös machen, von 39 % auf 52 %, und zwei Drittel (67 %) erwarten, dass KI ihren Alltag in drei bis fünf Jahren stark verändert.
Quelle: Ipsos AI Monitor 2022–2025, nach Stanford AI Index 2026 (Abb. 9.1.1). Welle 2025: 30 Länder, 23.216 Erwachsene, 21. März – 4. April 2025.
Dieselben Menschen haben also beide Haltungen. KI gilt als nützlich (56 % erwarten, dass sie Zeit spart), aber unklar ist, was sie für Arbeitsplätze und Wirtschaft bedeutet. Nur 40 % weltweit glauben, dass KI ihren eigenen Job besser macht; in den USA sind es 33 %. Europa ist optimistischer geworden: Seit 2022 stieg der Anteil derer, die mehr Vor- als Nachteile sehen, in Deutschland um 12 Punkte und in Frankreich um 10, auch wenn beide weiter hinter Asien und Lateinamerika liegen.
Vertrauen in KI: die Studie von KPMG und der University of Melbourne
Die größte Umfrage speziell zum Vertrauen in KI stammt von der University of Melbourne und KPMG: 48.340 Personen in 47 Ländern, befragt von November 2024 bis Januar 2025. Die wichtigsten Ergebnisse:
- 66 % nutzen KI regelmäßig und bewusst, aber 54 % sind zurückhaltend, ihr zu vertrauen. 72 % akzeptieren KI in gewissem Maß.
- Die Menschen sind gleichzeitig optimistisch (68 %) und besorgt (61 %); 73 % erleben bereits Vorteile, 79 % sorgen sich um Risiken, und 43 % haben selbst negative Folgen erlebt, etwa ungenaue Ergebnisse oder Verlust von Privatsphäre.
- Industrieländer vertrauen KI weniger als Schwellenländer (39 % gegenüber 57 %) und haben seltener KI-Schulungen (32 % gegenüber 50 %).
- Nur 43 % halten die bestehende Regulierung für ausreichend, und 87 % wünschen sich Gesetze und stärkere Faktenprüfung gegen KI-generierte Desinformation. 64 % befürchten, dass Wahlen durch KI-Inhalte und Bots manipuliert werden.
Regional stellt der AI Index fest, dass in den meisten Ländern Nordamerikas und Europas etwa die Hälfte der Beschäftigten KI regelmäßig bei der Arbeit nutzt, das Vertrauen aber einige Punkte niedriger liegt, zwischen 40 % und 48 %. In Indien, China, Nigeria, den VAE und Saudi-Arabien liegen Nutzung und Vertrauen über 80 %.
Wer soll KI regulieren? Vertrauen in Regierungen und die EU
Auf die Frage, ob sie ihrer Regierung eine verantwortungsvolle KI-Regulierung zutrauen, stimmten im Schnitt 54 % zu. Die Spanne ist groß: Singapur 81 %, Indonesien 76 %, Polen 61 %, Schweiz und Spanien je 55 %, Deutschland 49 %, Frankreich 42 %, Großbritannien 39 %, Ungarn 33 % und die USA 31 %, der niedrigste Wert aller befragten Länder.
Quelle: Ipsos AI Monitor 2025, nach Stanford AI Index 2026 (Abb. 9.3.1). EU-Länder hervorgehoben. Österreich und Kroatien waren nicht in der Ipsos-Stichprobe.
Dem Regulierungsansatz der EU wird mehr vertraut als dem der USA oder Chinas. In der Pew-Umfrage vom Frühjahr 2025 in 25 Ländern vertraut ein Median von 53 % der EU, KI wirksam zu regulieren, gegenüber 37 % für die USA und 27 % für China. Innerhalb der EU vertrauen Deutsche und Niederländer Brüssel besonders stark, Griechen und Italiener am wenigsten. Gleichzeitig soll Regulierung den Fortschritt nicht bremsen: Weltweit halten 58 % es für wichtiger, Wissenschaft und Medizin durch KI-Innovation voranzubringen, als Branchen durch Regulierung zu schützen (41 %). In Deutschland liegt das Verhältnis bei 63 zu 37, in Frankreich bei 65 zu 35 und in Polen bei 67 zu 33.
Bei der Transparenz sind sich alle einig: 79 % sagen, Produkte und Dienste mit KI sollten das offenlegen müssen, und diese Haltung teilen alle 30 Ipsos-Länder. In der EU wird das zur rechtlichen Pflicht. Artikel 50 des EU AI Act verlangt, dass Menschen informiert werden, wenn sie mit einem KI-System interagieren, und dass KI-generierte Inhalte gekennzeichnet werden. Unser kostenloser Artikel-50-Scanner prüft, ob eine Website ihre Chatbots und KI-Inhalte offenlegt, und unser Leitfaden zur Kennzeichnung von KI-Inhalten und Wasserzeichen behandelt die technische Seite.
KI-Fachleute und Öffentlichkeit sehen eine andere Zukunft
Die Lücke zwischen denen, die KI entwickeln, und allen anderen ist in den USA am größten. Pew hat US-Erwachsenen und in den USA tätigen KI-Fachleuten dieselben Fragen gestellt. 73 % der Fachleute erwarten eine positive Wirkung von KI auf die Art, wie Menschen arbeiten, gegenüber 23 % der Bevölkerung, eine Lücke von 50 Punkten. Dasselbe Muster zeigt sich bei Wirtschaft (69 % gegenüber 21 %) und Medizin (84 % gegenüber 44 %).
Quelle: Pew Research Center 2025 (US-Erwachsene und in den USA tätige KI-Fachleute), nach Stanford AI Index 2026. Erste drei Zeilen: Anteil, der eine positive Wirkung erwartet. Letzte Zeile: Anteil, der weniger Arbeitsplätze erwartet.
Bei Arbeitsplätzen erwarten 64 % der Amerikaner, dass KI in den nächsten 20 Jahren zu weniger Jobs führt, nur 5 % erwarten mehr; unter Fachleuten sind es 39 % weniger und 19 % mehr. Weltweit sind die Meinungen geteilt: 50 % glauben, dass KI neue Jobs und neue Arbeitsweisen schafft, in Deutschland aber nur 39 % und in den USA 29 %. 11 % halten es für sehr wahrscheinlich, dass KI ihren aktuellen Job innerhalb von fünf Jahren ersetzt. Mehr dazu in unserer Analyse zu KI und Arbeitsmarkt.
Kroatien: Nutzung steigt, Vertrauen nicht
Kroatien ist nicht in den Stichproben von Ipsos und KPMG, doch zwei Quellen schließen die Lücke. Eurostat misst die tatsächliche Nutzung: 2025 nutzten 27,5 % der Kroaten zwischen 16 und 74 Jahren in den letzten drei Monaten generative KI-Tools, unter dem EU-Schnitt (32,7 %) und hinter Slowenien (37,6 %), Österreich (39,4 %) und Deutschland (32,3 %). Am größten ist der Abstand bei der Arbeit: Nur 9,0 % der Kroaten nutzten generative KI beruflich, gegenüber 15,4 % in der EU, 15,8 % in Deutschland und 21,2 % in Österreich. Über dem EU-Schnitt liegt Kroatien nur in der Bildung (13,4 % gegenüber 9,3 %).
Quelle: Eurostat, isoc_ai_iaiu (Personen von 16 bis 74 Jahren), 2025. Arbeit = Nutzung für berufliche Zwecke; Bildung = Nutzung in formaler Bildung.
Die Einstellungen misst die jährliche nationale Umfrage von Prizma CPI für die Algebra Bernays University (September 2025, 2.500 Erwachsene, dritte Welle). Der Anteil derer, die KI-Tools zumindest gelegentlich nutzen, stieg binnen eines Jahres von 35 % auf 54 %. Das Vertrauen stagniert jedoch: Nur 21 % vertrauen KI-Systemen und ihren Anwendungen, 37 % misstrauen ihnen. 54 % verbinden mit dem Begriff „künstliche Intelligenz“ zuerst etwas Negatives, 40 % etwas Positives, und der Anteil derer, die die Risiken für größer halten als den Nutzen, stieg von 22 % auf 33 %. Kroatischen KI-Lösungen wird etwa halb so viel vertraut wie ausländischen.
Quelle: nationale Umfrage zur KI-Wahrnehmung, Prizma CPI für die Algebra Bernays University, September 2025, repräsentative Stichprobe von 2.500 Erwachsenen (dritte jährliche Welle), laut Lider.
Die Ängste drehen sich um Desinformation und Arbeit: 59 % fürchten, KI-generierte Inhalte nicht von menschlichen unterscheiden zu können, fast drei Viertel befürchten, dass KI Falschnachrichten verbreitet, und 46 % erwarten in fünf bis zehn Jahren einen erheblichen Arbeitsplatzverlust. Gleichzeitig haben 36 % überhaupt kein Interesse an zusätzlicher KI-Weiterbildung. Das ist das Kernproblem für Arbeitgeber in der Region: Die Menschen nutzen KI bereits, aber ohne Schulung und mit wenig Vertrauen.
Was das für Unternehmen bei der KI-Einführung bedeutet
Geringes Vertrauen stoppt die Nutzung nicht, es drängt sie in den Schatten. Mitarbeitende nutzen kostenlose Tools, ohne es jemandem zu sagen, Kunden misstrauen KI, von der sie nichts wussten, und Projekte bleiben in der Pilotphase stecken. Was sich in unseren Projekten in Kroatien und der DACH-Region bewährt:
| Befund der Umfragen | Was zu tun ist |
|---|---|
| 79 % wollen eine Offenlegung von KI | Chatbots und KI-Inhalte klar kennzeichnen, schon bevor Artikel 50 es verlangt |
| Beschäftigte nutzen kostenlose öffentliche Tools, oft gegen Richtlinien | Ein freigegebenes Tool bereitstellen (z. B. Business-Pläne von Claude oder ChatGPT ohne Training auf Ihren Daten) und eine kurze, klare Nutzungsrichtlinie |
| 66 % verlassen sich ungeprüft auf KI-Ergebnisse | Festlegen, wo menschliche Prüfung Pflicht ist, und sie in den Prozess einbauen |
| Vertrauen und Kompetenz steigen mit KI-Schulung | Teams an echten Aufgaben schulen; Artikel 4 des AI Act verlangt von Anbietern und Betreibern, die KI-Kompetenz der Mitarbeitenden zu fördern |
| Angst vor Jobverlust (46 % in Kroatien) | Erklären, was KI in welcher Rolle verändert und was nicht; mit ungeliebten Aufgaben beginnen |
| Heimischen Lösungen wird weniger vertraut als ausländischen | Referenzen, Datenstandort und Testverfahren zeigen; Transparenz schlägt Marke |
Grenzen der Daten
- Online-Panels überrepräsentieren jüngere, städtische und besser gebildete Menschen, besonders in Schwellenländern, was deren hohe Werte teilweise erklärt.
- Unterschiedliche Fragen, unterschiedliche Zahlen. „Vertrauen in KI“, „Vertrauen in KI bei der Arbeit“ und „Vertrauen in die Regierung bei der KI-Regulierung“ sind getrennte Messgrößen und nicht direkt vergleichbar.
- Zeitpunkt. Die Feldarbeit von Ipsos und KPMG fand Ende 2024 und Anfang 2025 statt; die kroatische Umfrage und die Eurostat-Daten stammen aus 2025. Einstellungen ändern sich schnell.
- Kroatien und Österreich fehlen in einigen großen internationalen Panels; die kroatischen Zahlen stammen aus einer nationalen Umfrage mit eigenen Formulierungen.
Häufige Fragen
Vertrauen Menschen KI im Jahr 2026?
Nur teilweise. In der Studie von KPMG und der University of Melbourne (48.340 Personen, 47 Länder) nutzen 66 % KI regelmäßig, aber 54 % sind zurückhaltend, ihr zu vertrauen. Der Ipsos AI Monitor 2025 zeigt: 59 % sehen in KI-Produkten mehr Vorteile als Nachteile, 52 % sagen, diese Produkte machen sie nervös.
Welche Länder sind am optimistischsten und welche am skeptischsten gegenüber KI?
Südostasien ist am optimistischsten: In Malaysia, Thailand, Indonesien und Singapur erwarten über 80 %, dass KI ihr Leben in 3–5 Jahren stark verändert. Nordamerika und Europa sind skeptischer. Das Vertrauen in die eigene Regierung, KI zu regulieren, reicht von 81 % in Singapur bis 31 % in den USA; Deutschland liegt bei 49 %, Frankreich bei 42 %.
Wie steht Deutschland im Vergleich da?
In Deutschland sehen seit 2022 12 Prozentpunkte mehr Menschen mehr Vor- als Nachteile in KI. 49 % vertrauen der Bundesregierung bei der KI-Regulierung, 63 % ziehen Innovation in Wissenschaft und Medizin dem Schutz von Branchen durch Regulierung vor, aber nur 39 % erwarten, dass KI mehr Jobs schafft als vernichtet. Laut Eurostat nutzten 2025 32,3 % der Deutschen generative KI, 15,8 % beruflich.
Wem trauen Menschen die Regulierung von KI zu?
In der Pew-Umfrage vom Frühjahr 2025 in 25 Ländern vertraut ein Median von 53 % der EU, KI wirksam zu regulieren, gegenüber 37 % für die USA und 27 % für China. In der KPMG-Studie halten nur 43 % die bestehende Regulierung für ausreichend, und 87 % wünschen sich Gesetze und stärkere Faktenprüfung gegen KI-generierte Desinformation.
Fazit
Die öffentliche Meinung zu KI ist 2026 weder dafür noch dagegen, sondern beides. Eine Mehrheit sieht Vorteile, eine Mehrheit ist nervös, und fast alle wollen Transparenz. Europa vertraut KI weniger als Asien, traut der EU aber eher eine gute Regulierung zu als den USA oder China. In Kroatien stieg die KI-Nutzung binnen eines Jahres von 35 % auf 54 %, während das Vertrauen bei 21 % blieb. Unternehmen, die diese Lücke mit freigegebenen Tools, Schulung, klarer Kennzeichnung und menschlicher Prüfung schließen, kommen weiter als jene, die nur Lizenzen verteilen.
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Wir helfen Unternehmen, freigegebene KI-Tools auszuwählen, eine praxistaugliche KI-Nutzungsrichtlinie zu schreiben, Teams an echten Aufgaben zu schulen und die Transparenz- und KI-Kompetenzpflichten des AI Act zu erfüllen. Als Claude Certified Architect aus Zagreb arbeiten wir mit Unternehmen in Kroatien und der DACH-Region.
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